Ein Blick auf die Kultur- und Kreativwirtschaft

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Bundes- und Landespolitik schauen auch deshalb mit Neugier auf die Kultur- und Kreativwirtschaft, weil man davon ausgeht, dass sie Entwicklungstrends in anderen Wirtschaftsbranchen vorwegnimmt.

Gemäß dem Monitoring-Bericht der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung für 2012 (erschienen im Januar 2014) verzeichnet die Kultur- und Kreativwirtschaft rund 1 Mio. Menschen tätig. Bei Einbeziehung der geringfügig Beschäftigten steigt die Zahl auf rund 1,6 Mio. Erwerbstätige, bei etwa 62,8 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung.

Die Attraktivität der Arbeitsfelder führt dazu, dass viele Menschen in Kreativbranchen tätig sein wollen. Einem Wachstum in einer Zukunftsbranche steht gleichzeitig ein hoher Konkurrenzdruck in einem kleinteiligen Markt gegenüber. Das drückt auf Honorarsätze und Löhne. Tendenziell erhält kreative Arbeit in Deutschland nicht die Art von Wertschätzung, die sich auch in höherer Entlohnung niederschlägt. Hinzu kommt, dass die Kleinteiligkeit der Branchen eine wirtschaftspolitische Lobbyarbeit sehr kopmliziert macht. 

Gleichzeitig wird die Kultur- und Kreativwirtschaft als wichtiger Impulsgeber für Innovation angesehen und als Experimentierfeld für neue Arbeits- und Erwerbsformen der Zukunft. Auch in NRW gilt sie als Jobmotor, als Vorreiter neuartiger Innovationsprozesse und Berufsprofile, insbesondere im Spielfeld der schöpferischen wie zerstörerischen Kräfte der digitalen Märkte. Umso wichtiger ist es, gerade diese neuen, kreativen Arbeitsformen tragfähig und damit existenzsichernd weiter zu entwickeln. Das bedeutet auch eine verbesserte Abstimmung wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und Programme auf die Bedürfnisse von Freiberuflern und Solo-Selbständigen. Handlungsbedarf liegt vor.