Keynote und Workshopmoderation für das Goethe-Institut im Nordirak

Goethe-Institut Irak - Khan Al Fan Panel und Workshops
Als Vertreter von Feldstärken war ich Keynote-Speaker und Workshopmoderator am 30./31. Oktober bei der Auftaktveranstaltung des Projekts KHAN AL FAN in Sulaymaniyah im Nordirak. Es handelt sich um die autonome Region Kurdistan innerhalb des Iraks. In der alten Kulturstadt wird eine seit 13 Jahren geschlossene Tabakfabrik zu einem Kultur- und Kunstzentrum - KARGE KULTUR -umgebaut, wo auch Kultur- und Kreativwirtschaft seinen Platz finden soll. https://www.facebook.com/kargekultur/
Ein passender Ort zum Auftakt von KHAN AL FAN.

Am ersten Tag ging es u. a. darum, bei Politik und Verwaltung ein Bewusstsein für die Potenziale von Kultur- und Kreativwirtschaft zu wecken.  Das scheint glücklicherweise gelungen zu sein. Bina Qeredaxi sprach zu Kultur- und Kreativwirtschaft in Kurdistan. Als Best Practice berichtete Doreen Toutikian über ihre Erfahrungen bei der Gründung der Beirut Design Week und Bezüge zur KKW in der MENA-Region. Ich selbst war ja bereits im Juni zu Gast beim Projekt FANTASMEEM des Goethe-Institut in Beirut/Libanon. Beide Projekte sind Bestandteil eines Globalvorhabens des Goethe-Instituts in Kooperation mit der GIZ zur länderübergreifenden Förderung von Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Kolleg*innen des Goethe-Instituts aus Beirut konnten aufgrund der dortigen Demonstrationen, sprich aus Sicherheitsgründen, nicht zur Veranstaltung kommen. Insofern ging Doreen Toutikian auch auf die Szene in Beirut ein. Und hier gab es sogar einen Köln-Bezug: Doreen hat bei der KISD in Köln studiert und 2010 auch den Kölner Designpreis gewonnen.

Am Tag darauf haben wir die Teilnehmer*innen aus Kreativszenen in einem am World-Café angelehnten Format nach ihren Bedarfen und Ideen zu den Themen Capacity Building (bzgl. Fähigkeiten/Qualifizierungsbedarf), Community Building und Creative Spaces befragt. Das ganze in den inspirierenden Räumen der Jugendorganisation XLINE https://www.facebook.com/XLINECOMMUNITY/. 

Die Themen wurden gemeinsam aus einem Themenkatalog ausgewählt, Ideen gesammelt und diskutiert. Zum Abschluss haben die Teams damit begonnen, das Ganze in eine SWOT-Analyse zu überführen. Das Goethe-Institut ist von Beginn an um Beteiligung und Transparenz bemüht, was bei den anwesenden Künstler*innen, Kreativakteur*innen und Machern gut ankam. Bei den aktuellen politischen Turbulenzen und Protesten im Irak erscheint das auch mehr als angebracht. Ein spontanes Feedback war: “We would like more workshops like this.“ Es bleibt zu hoffen, dass das Projekt KHAN AL FAN nach dem Startschuss daran anschließen kann. - Ich halte das für einen sinnvollen Ansatz, der damit hoffentlich nicht nur in der autonomen Region Kurdistan des Iraks kultur- und kreativwirtschaftliche Chancen aufzeigt. Gedacht ist das Projekt ja für den gesamten Irak und in Abstimmung mit dem Globalvorhaben der GIZ für mehrere Länder der MENA-Region, u. a. dem Libanon und Jordanien. Der internationale Austausch zwischen den Ländern soll damit ebenfalls gefördert werden. Schwerpunkte sind u. a. Design, Film und neue Anwendungsfelder für traditionelles (Kunst-)Handwerk.

Herzlichen Dank an das Team des Goethe-Instituts und an KARGE KULTUR für die professionelle und engagierte Umsetzung. 

Small signs of hope ...  


Fotos ©: Goethe-Institut Irak, Projekt KHAN AL FAN






Kontakt: Christof Schreckenberg

schreckenberg@creativetide.de

Tel. 0221 - 8282 2345