Vielfalt, Kleinteiligkeit und Gemeinsamkeiten unter den Teilbranchen

Blauer_Balken_Vielfalt_Kleinteiligkeit_Gemeinsamkeiten_unter_Teilbranchen_der_Kultur-_und_Kreativwirtschaft

Ein großer Teil der Solo-Selbständigen, Freelancer und KleinstunternehmerInnen orientieren sich nicht ausschließlich an Gewinnmaximierung, sondern sind 

intrinsisch motiviert, 

mit einem hohen Gestaltungswillen, 

eigensinnig, 

experimentierfreudig, 

hoch qualifiziert, 

einzelkämpferisch, 

leidensfähig, 

ergebnisorientiert in Inhalt und Form. 

Viele dieser Eigenschaften zeichnen auch gute Unternehmer aus.

Gleichzeitig fehlt es vielen Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft aber an Wirtschaftskenntnissen. Wirtschaftliche Realitäten werden häufig ausgeblendet und Unternehmertum erscheint gerade in den klassischen Kulturereichen als schwer vereinbar mit einem künstlerischen Selbstverständnis.

Es mangelt häufig an einem adäquaten Kapitalzugang, der Marktzugang ist schwierig, viele aktuelle Programme der Wirtschaftsförderung und unternehmerischen Qualifizierung greifen relativ schlecht. Für einen erheblichen Teil der Branche, insbesondere die 'kleinen' Akteure, erscheinen Sie ungeeignet. Ein Großteil der Kultur- und KreativunternehmerInnen erzielt nur ein geringes Einkommen, vielfach zu gering, wenn es um adäquate Altersvorsorge geht.

Um den aktuellen Anforderungen dieser kleinteiligen Branche gerecht zu werden, bedarf es adäquater Formen unternehmerischer Qualifizierung bis hin zu neuen Finanzierungsmodellen. Dies fordert die Politik ebenso, wie jeden einzelnen Kultur- und Kreativakteur in seinem unternehmerischen Selbstverständnis – in seiner unternehmerischen Denke. Hier gilt es, in Pilotprojekten zu experimentieren, Sichtbarkeit, Räume und Vernetzung zu schaffen, Rahmenbedingungen zu verbessern. Auf EU-Ebene wird der Kultur- und Kreativwirtschaft ebenfalls wachsende Bedeutung zugesprochen, was unter anderem durch die Programme der neuen Förderperiode wie 'Creative Europe' zum Ausdruck kommt.