Soziale Innovation oder Luftschloss?

Luftschloss_auf_Wolke_gezeichnet_Effectuation_Vision

„Weisheit bedeutet, Träume zu haben, die groß genug sind, 
um sie nicht aus den Augen zu verlieren.“
Oscar Wilde 

Kann ein Traum an Substanz gewinnen oder ist es nur ein “Daydream“ / ein Luftschloss? 

Wie mache ich daraus eine schlüssige unternehmerische Vision? 

Wie komme ich an den Start? Wie breche ich die Vision so herunter, dass ich zeitnah mit ersten Aktivitäten und Projekten starten kann, die mich in die richtige Richtung führen? Wie kann ich damit nachhaltige "Triple-Bottomline-Geschäftsmodelle" bauen, die auf dem Weg ausreichende Einnahmen generieren und so ein tatsächliches Geschäftsmodell mit sozialem Mehrwert entsteht? 

Wen kann ich dafür begeistern? Will ich mein Vorhaben in kleinen Zirkeln weiter entwickeln oder eine Community bilden? Wie kann ich Stakeholder ansprechen und deren Feedback einholen? Wie kann ich die dazu passenden Beteiligungsprozesse einleiten, mehr Leute und Unterstützer schrittweise ins Boot holen und die „nebulösen“ Ziele deutlicher machen? Besonders dann, wenn eine Vision viele Schultern braucht? 

Abgeleitet von den Denkweisen erfolgreicher, innovativer Unternehmer kann "Effectuation" einen guten Denkansatz bilden, um gesellschaftliches Engagement und unternehmerisches Denken zu verknüpfen. 
Der Begriff kommt von "Effekt erzielen", bzw. Wirkung erzeugen. Hier bestehen erstaunliche Parallelen zu künstlerischen Arbeitsprozessen. Ausgehend von den persönlichen Werten, Fähigkeiten und Mitteln startet man gestalterische, zirkuläre Prozesse. Es geht auch darum, die Partner einzubeziehen, die bereit sind, mit zu machen, weil sie die gleichen Werte teilen. Achtsamkeit, Offenheit und Zielflexibilität gelten hier als weitere Voraussetzung für Erfolg. Diese Herangehensweise eignet sich ebenso für ein klassisch geprägtes Umfeld, wie für die Kombination mit sozialen Medien und die Digitalwirtschaft. “Effectuation“ ist ein zur Zeit viel diskutierter Begriff, insbesondere in hoch innovativen Wirtschaftsbereichen. 

Die Denkweise unterscheidet sich wesentlich von der klassischen, kausalen Managementlogik des “1. Ziele setzen – 2. planen – 3. umsetzen.“ Seit dem Beginn der Studien von Saras S. Sarasvathy, die den Bergriff „Effectuation“ geprägt hat, gibt es zahlreiche internationale Forschungsergebnisse, die zeigen, wie erfolgreiche Unternehmer unter den Bedingungen hoher Ungewissheit handeln. Das trifft auf Gründungsprozesse ebenso zu, wie auf Innovationen für noch unbekannte Märkte. 

Der österreichische Autor Michael Faschingbauer stellt die Komplexität heutiger Märkte als das neue Gesicht der Ungewissheit dar – wobei zunehmende gesellschaftliche Komplexität eine wesentliche Rolle spielt. Auch in diesem Kontext kann Effectuation eine sinnvolle Alternative für 'social and cultural entrepreneurship“** darstellen. 

Kontakt: 
schreckenberg@creativetide.de 
Telefon 0221 / 8282 2345.



* vgl. : M. Faschingbauer, „Effectuation – Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln“, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2010

**Der deutsche Begriff des Unternehmertums spiegelt den Begriff des englischen “entrepreneurship“ nicht korrekt wider. Im angelsächsischen Sprachraum wird zwischen “Business Administration“ und “Entrepreneurship“ unterschieden, wobei “Entrepreneurship“ sich auf kreatives, unternehmerisches Handeln bezieht und Business Adminsitration auf das 'klassische' Management. Daher wird hier ebenfalls auf den Begriff “Entrepreneurship“ zurückgegriffen.